Sitemap       românã | english

 

Die Anlage

-

Geschichte

-

Struktur

-

Fotos

-

Gästezimmer

 


Unterstützen Sie die Brukenthal-Stiftung!

 

 

 

Struktur der Parkanlage

Der Park der Brukenthal'schen Sommerresidenz setzt sich aus folgenden Parkteilen zusammen:

ältester Parkteil. Entstehung ca 1758-1775
Parkerweiterung ab ca. 1775 (lt. Inventarliste von 1803: 7,5 ha)
Parkerweiterung ab ca. 1803 bis ca. 1900 (15 ha)

 

Parkanlage aus der Zeit des Barock/ Rokoko, ca. 1758 - 1775

1. Schlosshof, Parterre
2. Italienischer Garten/ Französischer Garten
3. Fasanengarten
4. Holländischer Garten/ Küchengarten

Parkanlage aus der Zeit des Klassizismus/ Romantik, ab ca. 1775

5. Englischer Garten
6. und 7. Parkanlage nach dem Tod Brukenthals (1803) "landschaftlicher Garten"

 

1. Schlosshof, Parterre
Klick! Die Anordnung der Schlossbauten wurde entsprechend einer barocken Dreiflügelanlage vorgenommen, die sich zu einer symmetrischen Gartenanlage öffnet. Durch die besondere Lage des Anwesens an der Hangleite (hohe Böschung) des Alt-Flusses, war es möglich, das Schloss überhöht zu errichten, so dass es herrschaftlich über der Parkanlage thront. Von dem etwa 15 m erhöht liegenden Schlosshof bot sich dem Betrachter ursprünglich ein weiter Ausblick in den Park und die Ebene der Flussaue. Der Garten schien sich damit, wie es die Grundidee des Barock vorsah, optisch unendlich weit in die Landschaft auszudehnen. Der repräsentative Schlosshof war mit dekorativen Schmuckbeeten, den sogenannten Parterres, ausgestattet.

 

2. Italienischer Garten/ Französischer Garten
Klick!Der Italienische Garten/Französische Garten bildet die Fortsetzung des repräsentativen Schlosshofes und gleichzeitig den Übergang von der Schlossarchitektur zum landschaftlich gestalteten Parkbereich. Die symmetrische Anlage wird durch eine Mittelachse mit prächtiger Freitreppenanlage und mehreren orthogonal verlaufenden Seitenwegen sowie zwei Kanälen gegliedert.

Es liegt eine Dreier-Staffelung von oben nach unten vor:

• Terrassenböschungen: Rasen und Spalierobstreihen
• Offene Parterreflächen:
geometrisch angelegte Schmuckbeete, symmetrische Baumpflanzungen
• geschlossener Boskettbereich
(a): streng gestutzte Baum- und Heckenkulissen
Der ehemals intensiv gestaltete Charakter des Parkbereiches ist mit der Zeit jedoch verloren gegangen. Unterhalb der großen Freitreppe befinden sich eine Quelle und ein gezirkeltes Wasserbecken mit Springbrunnen aus der Zeit des Rokoko. Zur ursprünglichen Ausstattung gehörten Steinvasen und -bänke sowie steinerne Statuen. Kleine Orangen- und Limonenbäume in Kübeln flankierten Freitreppe und Wasserbecken.

 

3. Fasanengarten
Klick!Die Anlage von Fasanengärten galt als Mode in der barocken Gartenkunst. Es handelt sich dabei um eine Reminiszenz an die früheren Jagdparkanlagen. In Freck befand sich der Fasanengarten, möglicherweise mit freilaufenden Fasanen, am östlichen Berghang und wies durch die Bepflanzung mit Bäumen einen waldartigen Charakter auf. Das Wegenetz war durch die Anlage kleiner Plätze bereichert. Später wurden ein romantischer Wasserfall (b) angelegt und eine Eremitage (c) errichtet. Die Gestaltungsidee lässt sich am heutigen Bestand kaum noch ablesen.

 

4. Holländischer Garten/ Küchengarten
Klick!Der vor der Orangerie liegende Parkbereich wurde als Holländischer Garten bezeichnet. Dabei handelt es sich auch um eine axiale Gartenanlage, die im Gegensatz zum Französischen Garten aber nach außen streng abgegrenzt war. Holland galt im 18. Jahrhundert als das führende Land in der Pflanzenkunde. Im Holländischen Garten Brukenthals wurde eine üppige Vielfalt an Blumen, Kräutern und Gemüse gezogen. Hier wuchsen auch lange Alleen von Fruchtbäumen. Als Kennzeichen vornehmer Gartenkultur galt der Anbau von Südfrüchten, wie Orangen und Limonen. In der Orangerie kultivierte man erlesene Obstsorten, wie Dattelpalmen, Mandelbäume, Muskatnüsse, Melonen und Ananas. Gemüse und Obst aus dem Küchengarten wurde für die Haushalte in Freck und Hermannstadt genutzt und der Überschuss auf den Märkten verkauft. Von der ehemals großartigen Pflanzenvielfalt zeugen heute nur noch die historischen Verzeichnisse.

 

5. Englischer Garten
Klick!An den architektonisch gestalteten Parkteil grenzen die landschaftlichen Partien, die aus der Zeit des Klassizismus bzw. der Romantik stammen. Die veränderten geistigen und kulturellen Ideale der Aufklärung brachten ein neues Naturgefühl hervor. Die Gartenkunst dieser Zeit wurde geleitet von Jean Jacques Rousseaus Ruf "Zurück zur Natur", der sich in einer landschaftlichen Gestaltung und einer Ablehnung der Künstlichkeit vergangener Epochen manifestierte. Der Englische Garten versucht, eine Weidelandschaft mit weiten Wiesen, Einzelbäumen und Baumgruppen nachzuempfinden und überhöht sie künstlerisch. Aus der Anlagezeit einzig erhalten geblieben ist eine Tulpenbaumgruppe (d). Wahrscheinlich war auch die Aue des Alt - Flusses als erweiterter Landschaftspark optisch in das Parkkonzept einbezogen. Die Verbindung der architektonisch und der landschaftlich gestalteten Parkbereiche erfolgt über Alleen.

 

6. und 7. Parkanlage nach dem Tod Brukenthals (1803) "landschaftlicher Garten"
Über die nach 1803 entstandenen Parkbereiche sind keine historischen Angaben vorhanden. Vermutlich wurden vorhandene Wiesen und Felder im Sinne der damals typischen landschaftlichen Gartengestaltung in den Park mit einbezogen.

 

 

 

Anmerkung
Die Aussagen im Text entsprechen dem momentanen Stand der Archivforschung.
Verfasserin: Dipl. Ing. Cornelia Feyer, Landschaftsarchitektin Sibiu
Cand. Ing. Dunja Richter
Juni 2004