1 Sommersitz und Parkanlage Samuels von Brukenthal in Freck/ Avrig

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Die Anlage

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Geschichte

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Struktur

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Fotos

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Gästezimmer

 


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Broschüre 1929

 


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Geschichte der Parkanlage

Ausgehend von der günstigen Lage zu seinen anderen Gütern in der Alt-Ebene, dem reizvolle Standort und Gebirgsklima, legte Baron Samuel von Brukenthal in dem kleinen Ort Freck/ Avrig um 1760 mit dem Bau eines ebenerdigen Wohnhauses samt Wirtschaftsgebäuden und Garten den Grundstein für seine Sommerresidenz, die als Höhepunkt seines baulichen Schaffens angesehen werden kann.

Aufgrund eines Pachtverhältnisses zwischen ihm und dem Freiherrn von Buccow (1) oblag letzterem ab 1761 die Nutzung und Weiterentwicklung des Anwesens. Freiherr von Buccow ließ den Umbau des Wohnhauses zu einem barocken Schlösschen mit benachbarten Wirtschaftshof vornehmen.

Der Erwerb weiterer Grundstücke ermöglichte die Vergrößerung des Gartens, so dass die Anlage eines terrassierten Ziergartens in barocker Manier (= Italienischer/ Französischer Garten) möglich war. Gleichzeitig wurde ein Fasanengarten angelegt. 1764 verstarb Freiherrn von Buccow unerwartet ohne ein Testament zu hinterlassen. Bauten und Gärten waren noch nicht fertig gestellt.

Es folgte ein mehrjähriges Gerichtsverfahren zur Klärung der Rechtslage, um den Erben Buccows ihren Anteil zu sichern. Nachdem der Streit beigelegt worden war, konnten ab 1768 die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

Brukenthal, der sich aus geschäftlichen Gründen längere Zeit in Siebenbürgen aufhielt, setzte von nun an all seine Schaffenskraft daran, das zu vollenden, was begonnen war. Um 1770 konnte der Schlossbau, bestehend aus einem zweigeschossigen Hauptgebäude und zwei ebenerdigen Flügelgebäuden, fertig gestellt werden.

Das Schlösschen beherbergte eine große Anzahl an Wohn-, Haushalts- und Wirtschaftsräumen, Gästezimmern sowie eine bereits damals schon umfangreiche Galerie, bestehend aus 212 Bildern und 129 Kupferstichen.

Neben den herrschaftlichen Bauten waren zwei Wirtschaftshöfe mit Gebäuden vorhanden. Für Brukenthal, der in Freck durch die Erweiterungen Buccows eine große Gartenanlage und eine entwickelte Landwirtschaft vorgefunden hatte, wurde der Außenbesitz "zum Ausgangspunkt eines sich weiter und weiter ausdehnenden wirtschaftlichen Betriebs und zur Pflegestätte reicher Gartenbaukunst." (2)

Seiner Amtszeit in Wien zufolge war er mit den kaiserlichen Parkanlagen und mit den aktuellen Moden der Gartenkunst vertraut. Die Anlagen von Schönbrunn und Laxenburg galten als Vorbild für die Gestaltung der Frecker Gärten. Stets sorgte Brukenthal für das höchste Maß an Qualität. Speziell aus Wien ließ er sich Sämereien, Knollen, Obst- und Ziergehölze anliefern.

Seine große Sammelleidenschaft offenbarte sich in der großen Vielfalt seiner in Freck/ Avrig kultivierten Pflanzen, unter denen sich auch viele exotische Stauden und Bäumen befanden. "Das Verzeichnis der Stauden und Sträucher aber liest sich wie das eines botanischen Gartens." (3)

Für die Fortführung der Arbeiten in Freck beauftragte Brukenthal eigenhändig einen Gärtner aus Wien, ließ in bestehenden Parkteilen Umgestaltungen vornehmen und auf neu erworbenen Grundstücken weitere Gärten anlegen.

Zu dem Italienischen/ Französischen Garten kamen um 1770 der Holländische Garten/ Küchengarten und um 1775 der Englische Garten hinzu. Die bereits um 1765 vorhandene Orangerie wurde durch Treibhäuser ergänzt.

Außerdem errichtete man Staffagen - eine Eremitage (4) , eine Gloriette (5) und eine künstliche Ruine (6).

Als Samuel von Brukenthal 1803 verstarb, hinterließ er ein Testament, nach welchem seine Bauten, Gärten und Sammlungen erhalten und sein kulturelles Erbe gepflegt werden sollen.

Nachdem die erbrechtliche Linie der Familie Brukenthal erlosch, kam die Sommerresidenz in die Hände verschiedener Eigentümer.

Schließlich erwarb 1908 das Hermannstädter evangelische Presbyterium, vertreten durch die Brukenthal - Stiftung, und der Hygienische Verein des Hermannstädter Komitats das Anwesen, richtete zunächst ein Erholungsheim und später eine Wasserkuranstalt nach dem Vorbild des Pfarrers Kneipp (Wörishofen) ein.

1999 erhielt die deutsche Minderheit das zuvor verstaatlichte Anwesen zurück. Die Brukenthalstiftung bemüht sich seitdem Brukenthals Erbe im Sinne seines Testamentes zu bewahren und zu entwickeln.

 

Anmerkung
Die Aussagen im Text entsprechen dem momentanen Stand der Archivforschung.
Verfasserin: Dipl. Ing. Cornelia Feyer, Landschaftsarchitektin Sibiu
Cand. Ing. Dunja Richter
Juni 2004